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Webstandards-Magazin

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Hausregeln

Aus aktuellem Anlass kommen wir leider nicht umhin, für unser Weblog ein paar Grenzen abzustecken.

Zum Hintergrund: wir haben hier seit einiger Zeit massive Probleme mit der nächsten Runde der Aufrüstung durch sogenannte Spambots. Dies sind kleine Programme, die das Netz abgrasen und an allen möglichen Stellen ihre unerwünschten Werbebotschaften hinterlassen. Während der klassische Kommentarspam (für Medikamente, Schweinkram etc.) von Tools wie Akismet sehr gut erkannt und in den Datenhimmel entsorgt wird, ist die Unterscheidung zwischen legitimen und unerwünschten Kommentaren bei der neuesten Generation des Werbemülls kaum noch automatisch zu treffen.

Spam, Spam, Spam, Spam, ...

Mittlerweile kopieren diese Spambots den Text legitimer Kommentare von verwandten Seiten und bauen diesen in eigene, automatisch generierte Kommentare ein. Der einzige Unterschied ist, dass der Benutzername auf eine Seite mit eindeutigem Spam-Charakter verlinkt, ansonsten sehen diese Kommentare aus wie absolut legitime Beiträge. Im aktuellen Fall sind dies oftmals Angebote osteuropäischer Herkunft, die sich hiervon eine Verbesserung ihres Suchmaschinen-Rankings versprechen.

Diese Kommentare tragen nichts zur jeweils aktuellen Diskussion bei und verursachen bei unserem Redaktionsteam erheblichen Aufwand. Wir müssen nicht nur alle Kommentare lesen (das machen wir sowieso), sondern wir müssen auch bei sämtlichen Kommentaren die URLs auf verdächtige Muster überprüfen und herausfinden, ob der Text eventuell von anderer Stelle kopiert wurde.

Da es sich bei den Webkrauts um eine freiwillige Initiative handelt, die durch eine Reihe von »Bekloppten« neben ihrer eigentlichen Arbeit ins Leben gerufen wurde, muss diese Kontrolle in unserer eh‘ schon knapp bemessenen Freizeit geschehen. So kann es im Eifer des Gefechts geschehen, dass durchaus legitime Kommentare als Spam eingestuft werden. Wenn Sie wichtiges zu einer Diskussion beitragen möchten, Ihr Kommentar jedoch nicht erscheint, melden Sie sich bitte bei der Redaktion, wir werden den Beitrag dann nach Prüfung freischalten.

Neben dem massenhaft und automatisch abgekippten Werbemüll ist aber in letzter Zeit auch verstärkt handgemachter Spam zu beobachten. Diese Kommentare sind oftmals belanglose Einzeiler mit Allgemeinplätzen zum jeweiligen Thema des Artikels, der URL des Kommentierenden ist aber, wie bei den Spambots, meist eine Adresse mit zweifelhaftem Hintergrund. Auch hier geht es den Kommentatoren offensichtlich nicht um einen Beitrag zur Diskussion, sondern schlichtweg um das Abgreifen von Links.

Aufgrund der Häufung solcher Kommentare kommen wir leider nicht umhin, einige Regeln für unser Weblog aufzustellen. Beachten Sie diese Regeln bitte nicht als Maßregelung unserer Besucher, sondern als Tipps, wie Sie Ihrem berechtigten Anliegen Gehör verschaffen können.

Die Webkrauts-Regeln für coolere Kommentare

Wenn Sie in einem Weblog einen Kommentar abgeben, dann ist das so, als würden Sie im richtigen Leben in das Wohnzimmer fremder Leute spazieren und sich in eine Diskussion einklinken. Wie im richtigen Leben gibt es Menschen, mit denen man gerne diskutiert, und welche, mit denen eine Diskussion keinen Spaß oder im Ernstfall auch einfach keinen Sinn macht. Und wie im richtigen Leben bringt ein guter »Blog«kommentar die Diskussion weiter, hilft anderen ihr Wissen zu erweitern und liefert vielleicht sogar neue Erkenntnisse, die alle Mitleser in ihrer Arbeit einsetzen können.

Ey, isch weiss wo dein Haus wohnt…
Wir alle machen Fehler, und wir alle haben Meinungen. Diese Fehler und Meinungen kann, darf und sollte man kritisieren, wenn man bei der Sache bleibt. Wir Webkrauts können gut austeilen, und wir können gut einstecken – solange dies über der Gürtellinie stattfindet. Persönliche Angriffe in den Kommentaren, Beleidigungen und Ähnliches werden ohne Ansehen des Autors und ohne Vorwarnung gelöscht. Punkt, Ende der Diskussion.
Kommentieren Sie nicht um des Kommentierens willen
Kommentare wie »Erster, Erster!« mögen im heise-Forum zum guten Ton zu gehören, hier werden sie ohne Vorwarnung gelöscht. Falls Sie sich jetzt auf ihr vermeintlich durch das Grundgesetz verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung berufen wollen, dann empfehlen wir Ihnen, dieses Thema nochmals gründlich in den einschlägigen Quellen zu recherchieren.
Bleiben Sie beim Thema
Diskussionen unter Standardistas haben die Tendenz, in nullkommanix in eine Diskussion über Tabellen vs. CSS, Conditional Comments vs. endlose Überstunden, Pepsi vs. Coke, BVB vs. Schalke etc. pp. abzudriften. Glauben Sie uns: das hatten wir alles schon und wir haben keinen Bedarf an einem erneuten Aufwärmen dieser alten Grabenkämpfe.
Ändern Sie nicht das Thema der Diskussion
Falls Sie etwas wichtiges zu sagen haben, das aber zu keinem Artikel bei webkrauts.de passt, dann schreiben Sie doch einfach einen neuen Artikel und schicken ihn an die Redaktion.
Anonyme Kommentare
Nichtssagende oder unhöfliche Kommentare von Nutzern wie ›ich1234@gmx.de‹ haben nur eine sehr geringe Überlebenschance. Wenn Sie in eine Diskussion einsteigen, sollten Sie alleine schon aus Gründen der Höflichkeit den Anderen gegenüber mitteilen, mit wem wir es die Ehre haben. Sie erhöhen damit Ihre Chancen, auf eine vernünftige Frage auch eine vernünftige Antwort zu bekommen.
Werbung statt Benutzername
Eng verwandt mit anonymen Kommentaren ist auch die nächste Gattung von Spam, die von uns sofort gelöscht wird: nichtssagende Kommentare mit einem Benutzernamen, der einzig und allein darauf abzielt, die verlinkte Site zu bewerben und den Googlebot mit ein paar Keywords anzufüttern, um so das eigene Suchmaschinen-Ranking zu beeinflussen. Kommentare, bei denen der Benutzername lediglich aus einer Produktbezeichnung besteht werden von uns ohne viel Federlesens gelöscht.
Tragen Sie zur Diskussion bei und zeigen Sie neue Aspekte auf
Wenn etwas schon ein Dutzend mal gesagt wurde, dann ist es wenig hilfreich, den immergleichen Inhalt zum dreizehnten Mal zu wiederholen. Sie verschlechtern damit nur das Verhältnis von Rauschen zu Inhalt zu Ungunsten des echten Inhalts. Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Kunde gugelt nach Ihrem Namen und findet nur Einträge in denen Sie verkünden: »Finde ich auch«.
Denglisch?
Die Webkrauts sind eine deutschsprachige Initiative. Folgerichtig unterhalten wir uns hier auf Deutsch (Fachbegriffe mal ausgenommen). Falls Sie Ihre Meinung lieber in einer anderen Sprache kundtun sind Ihre Chancen gehört zu werden bei der International Liaison Group (ILG) des Web Standards Project größer.
Trolle füttern verboten
Es könnte sein, dass ein trolliger Kommentar gelöscht wird und dann steht Ihre Antwort als einzige da – damit sind Sie in der öffentlichen Wahrnehmung der Troll. Also: Füttern verboten, auch in Ihrem eigenen Interesse.

Bildnachweis: david™

Info:
Hausregeln ist Beitrag Nr. 177
Autor:
Tomas Caspers am 5. März 2007 um 13:35
Kategorie:
Allgemeines

Kommentare

Bitte die Hausregeln beachten. Alle Kommentare werden auf werbliche Links/Nicknames geprüft und gegebenenfalls gelöscht.

  1. 1.

    Der einzige Unterschied ist, dass der Benutzername auf eine Seite mit eindeutigem Spam-Charakter verlinkt…

    Wobei ja Akismet nach verschiedenen Kriterien filtert und der Link des Spammers sicherlich dazu gehört.

    Trotzdem Hut ab, daß ihr trotz begrenzter Zeit die Kommentare offen laßt.

    Kommentar von John - 5. März 2007 um 16:15

  2. 2.

    Klar, Akismet leistet hier schon sehr gute Dienste. Ohne ginge es kaum noch, das Tool filtert jeden Tag hunderte Spam-Kommentare raus. Zusätzlich läuft auch noch Bad Behavior, das verdächtige Verhaltensmuster überwacht und blockt. Aber trotzdem kommen immer noch einige durch, und die verursachen halt Arbeit, die man besser woanders reinstecken könnte.

    Kommentar von Tomas Caspers - 5. März 2007 um 16:25

  3. 3.

    Um zumindest Spam-Roboter zu erkennen, hat uns ein Captcha-Einsatz wie hier beschrieben geholfen. Wenn das häßliche Bild stört, kann bspw. auch eine "Intelligenzfrage", wie "Was ist 5+3?" gestellt werden.

    Kommentar von Michael Voigt - 5. März 2007 um 18:14

  4. 4.

    Der Einsatz von Captcha ist sicherlich sinnvoll nur auf die Dauer recht anstrengend für die Nutzer. Außerdem bringt es bei manuellem Spam auch nichts. Wie gesagt, trotzdem erwägenswert, um Spam zu verMINdern. Das Mittel um Spam zu verHINdern wird es wohl nie geben.

    Kommentar von Samuel Janzen - 5. März 2007 um 22:28

  5. 5.

    Was würdet ihr den empfehlen, um die manuelle Mehrarbeit zu umgehen? Ich habe derzeit eher das Problem, das richtige Kommentare von Akismet abgefangen werden, falsche aber durchkommen. Da an manchen Tagen extrem viel Spam ankommt, muss ich den abgefangenen Spam durchschauen – was ewig dauert, sich in der Liste durchzuscrollen.

    Captcha finde ich wirklich nervig (das mieseste Beispiel findet man im deutschen Wordpress-Forum, da erkenne selbst ich mit guten Augen und kalibriertem Monitor die Buchstaben/Zahlenkombis manchmal nicht).

    Da muss es doch eine andere Möglichkeit geben?

    Kommentar von nadine - 7. März 2007 um 09:45

  6. 6.

    Kann man nicht einfach das Feld für »Website« weglassen (im Formular)?

    Kommentar von Edoardo - 7. März 2007 um 15:35

  7. 7.

    Captcha ist sicher nicht die 100%ige Lösung, die es wohl nie geben wird. Eine Überlegung wäre eventl. noch, die Zeit, die ein User zum Beitrag eintippen (eventl. auch einzelne Felder) benötigt zu messen und auch solche Kleinigkeiten wie die x- und y-coords eines grafischen Sendenbutton zu prüfen (ja, ich weis – Imagebutton wären nicht wirklich "sauber"). Damit ließen sich zumindest simple Bots ausgrenzen und selbst "100 Chinesen" könnten nicht mehr mit Copy&Paste arbeiten.

    Kommentar von Michael Voigt - 8. März 2007 um 15:03

  8. 8.

    Edoardo:

    »Kann man nicht einfach das Feld für ›Website‹ weglassen«

    Nein, das ist leider auch keine Lösung. Wir würden gerne wissen, mit wem wir hier diskutieren, die Alternative wäre also die E-Mail-Adresse des Kommentators – worüber sich die Spambots auch sehr freuen würden.

    Grafische CAPTCHAs sind auch keine Lösung, zumal mittlerweile nachgewiesen wurde, dass die meisten für Menschen eine größere Hürde darstellen als für die Bots (zu deren »Verhinderung« sie eigenlich gedacht sind).

    Kommentar von Tomas Caspers - 9. März 2007 um 09:37

  9. 9.

    Moin Moin,

    mein Wordpress schaffte mit Akismet schon so um die 95% des Spams.

    Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Bremsen – eine Zeitabfrage, die das Ausfüllen mit weniger als 30 Sekunden unterbindet und ein verstecktes Textfeld, das beim Ausfüllen den Beitrag nicht veröffentlicht.

    Wenn es ganz arg wird, wird der erste Beitrag eines Users immer auf moderiert gestellt. Das macht zwar Arbeit, aber umsonst ist ….

    Grüsse Walter

    Kommentar von bugscout - 12. März 2007 um 22:34

  10. 10.

    Also mit Akismet habe ich nur positive Erfahrungen gemacht. Bekomme so gut wie kein Spam. Manchmal werden Kommentare aber "zu streng" gefiltert und landen in "Moteration erwartend".
    Ansonsten super Artikel.

    Kommentar von Florian - 22. März 2007 um 18:32

  11. 11.

    Wir hatten vor einige Zeit auch Probleme bei einem Projekt mit Spam und setzten jetzt auf unseren Server die Bot-Trap mit gutem Erfolg ein. Zumindest die automatischen Zugriffe wurden stark eliminiert. Dabei werden die Spam Bots auf IP und Ref Ebene gesperrt.
    Möglicherweise ist das ja was für dein System. Einfach mal nach bot-trap googeln.

    Kommentar von Matthias - 29. März 2007 um 00:00

  12. 12.

    Wir haben wie Matthias auch die bot-trap im Einsatz. Parallel aber auch noch die spider-trap und last but not least in der htaccess ne ganze Menge IP-Bereiche von proxys gesperrt. Seitdem ist bei uns Ruhe:-)
    Es ist schon traurig, daß man sich dermassen einigeln muss.
    Gruss Walter

    Kommentar von Walter - 3. April 2007 um 16:30

  13. 13.

    Welche Maßnahmen man ergreifen muss um vor Spam Ruhe zu haben ist sicher sehr unterschiedlich.

    Ich benutze das "Math Comment Spam Protection" und habe fast keinen Kommentarspam mehr. Trackbackspam filtere ich mit dem "Simple Trackback Validation"-Plugin aus. Ich habe zwar auch Akismet installiert, das hat allerdings kaum noch etwas zu tun. Bis dort kommt kaum noch Spam durch.

    Wenn in Zukunft mehr Spam auf mich zukommen sollte werde ich noch die Bottrap installieren, im Moment ist das aber noch nicht nötig.

    In der htaccess möchte ich nicht manuell IPs sperren. Kann man das automatisieren und sperrt man damit nicht zuviele legitime Leser aus?

    Probleme mit false-positives bei Akismet hatte ich noch nicht. Ganz zu Anfang hatte ich noch Captchas getestet, meine Leser hatten aber auch große Probleme mit dem entziffern.

    Der Beitrag ist ja schon etwas älter, hat sich in der Zwischenzeit die Lage verändert? Hat ein zusätzliches Plugin geholfen?

    Kommentar von Michael S. - 28. Juni 2007 um 20:06

  14. 14.

    Mein Favorit ist hier eindeutig Askimet. Wenn hier noch Spam durchgeht, dann ist das wirklich eine Ausnahme. Aber bekanntlich bestätigen ja Ausnahmen die Regel! Das einzige Problem, ich denke es wurde auch schon zuvor angesprochen, ist allerdings, dass Askimet manchmal etwas zu streng agiert! Aber, die kann ich ja dann noch immer freischalten, somit ist das auch kein Hindernis für den Einsatz!

    Kommentar von Matthias - 4. Juli 2007 um 20:54

  15. 15.

    Bis vor kurzem hatte ich nie Probleme mit Spam, aber jetzt gibt es bei einem Blog von mir in einer Minute 30 Kommentare und dann ist es den Rest des Tages wieder ruhig:-(
    Jetzt ist aufrüsten angesagt!

    Kommentar von Edith - 6. August 2008 um 18:03

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