„Wie sag ich’s meinem Kunden? Immer wieder stellt sich die leidige Frage, wie man dem Kunden die Vorteile von Webstandards nahebringen soll. Als Verfechter von Webstandards unterliegt man bekanntlich schnell der Versuchung, die 'allein selig machende Wahrheit' über gutes Webdesign mit missionarischem Eifer und viel technischem Know-how zu kommunizieren. Dass so etwas nicht funktionieren kann, wissen wir alle: Der technische Hintergrund zu seiner Website interessiert den Kunden ebenso wenig wie die Fertigungstechnik seines schönen Parkettfußbodens."
Nils Pooker widmet sich in einem umfassenden Artikel dieses Problems. Herausgekommen ist eine "Argumentationshilfe für ein besseres Web". Von allgemeinen Anforderungen an eine zulässige Argumentation ausgehend, gibt er Tipps und stellt aus Sicht eines Kunden sieben Punkte auf, die von einer Webseite erfüllt werden müssen:
Ein absolut lesenswerter und wichtiger Artikel, der daran erinnert, dass man nicht alles aus Expertensicht und mit Technikschnack erklären darf, sondern eine Sprache finden muss, die den Kunden erreicht.
Bitte die Hausregeln beachten. Alle Kommentare werden auf werbliche Links/Nicknames geprüft und gegebenenfalls gelöscht.
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.
Sehr guter Artikel, werde versuchen, die Tipps in den nächsten Kundengesprächen zu berücksichtigen. Zu schnell verfällt man in für die Kunden unverständliches (und uninteressantes) "Fachchinesisch"…
Kommentar von Klaus Oppermann - 13. Juli 2007 um 15:46
In der Tat ein interessanter Linkhinweis, aber
den aufgefuehrten Punkt:
" ….nicht alles aus Expertensicht und mit Technikschnack erklären darf, sondern eine Sprache finden muss, die den Kunden erreicht."
kann man aus meiner Sicht auch auf einige Blogbeitraege
wuenschenswerter Weise anwenden … Nicht jeder hat den Wissensstand des jew. Blogautors .
Kommentar von Pierro - 14. Juli 2007 um 07:57
Wenn alle Beiträge hier dem jeweiligen Wissensstand der Leser entsprechen würden, dann wären sie für die Leser nichts neues und wir bräuchten sie nicht zu veröffentlichen, oder?
Kommentar von /T - 14. Juli 2007 um 09:13
[Hinweis der Redaktion: auch handgemachter Spam, der nichts zur Diskussion beiträgt und offensichtlich nur darauf abzielt, Links auf die eigenen Seiten abzugreifen, ist Spam und wird von uns ohne lange zu fackeln gelöscht. Mehr dazu in den Hausregeln. Danke.]
Kommentar von Gelöscht - 20. Juli 2007 um 10:40
Die Argumente von Nils sind auf jeden Fall brauchbar und hilfreich. Wichtig ist, dem Kunden vermittlen zu können, welchen (Nutz) Wert die Seite für ihn hat.
Aus meiner Sicht würde ich die Liste um einen Punkt ergänzen: Hintergrund Informationen zum Kunden und seinem Business einholen. Wie sieht z. B. die Wettbewerbslage aus, vielleicht hat er einen Geschäftsbericht veröffentlicht. Ein paar Angaben seitens der IHK zum Standort einholen. Welche Mitbewerber hat er.
Kunden fühlen sich verstanden, wenn Sie merken, man hat sich mit Ihrem Geschäftsfeld beschäftigt und kennt auch ein wenig die Probleme in der Branche.
Persönlich habe ich festgestellt dass man einen leichteren Zugang zum Kunden findet, wenn man z. B. signalisiert, hey, ich kenne deine Mitbewerber und wie können wir dein Profil schärfen. Das ist natürlich nur ein Beispiel, jeder Kunde ist anders und hat unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen.
Kunden haben recht gute Antennen und merken ganz schnell, will der mir gegenüber etwas verkaufen oder interessiert es sich für mich.
Kommentar von Peter - 3. August 2007 um 10:33
Man sollte aus meiner Sicht auch nicht die psychologische Komponente beim Kundengespräch unterschätzen. Sicherlich ist es toll, mit viel technischem Wortgeklingel sein Projekt zu verkaufen. Aber der Kunde wird skeptisch bleiben, weil er einfach nicht den Background hat.
Viel besser finde ich es, wenn wir über unseren eigenen Schatten springen und uns unserem Gegenüber anpassen. Wichtig hierbei: Wie erzielt unser Kunde seine Erfolge – mal losgelöst vom Webauftritt. Wenn wir das analysiert haben, sollten wir in seiner Sprache sprechen. Das heißt, einfach Parallelen vom Webprojekt – in seine Geschäftswelt darstellen. Wodurch wird sein Erfolg definiert – wie kann das auf das Webprojekt reflektiert werden –> schlanke, standardisierte Sprache/Umsetzung. Anhand seiner Erfahrung aus seinem eigen Geschäftsleben kann er so leicht nachvollziehen, weshalb sich gutes Webdesign an an modernen Standards orientieren muss.
Kommentar von Marc - 6. August 2007 um 14:00
Eine Website nur über das Argument der Verwendung von Webstandards zu verkaufen erscheint mir auch unmöglich. Punkt 1 ist immer noch das Hauptaugenmerk vieler Kunden, wenn gleich aus meiner Sicht die Benutzerführung (Pkt 5) und der Inhalt wichtiger sind.
Die Ladezeiten sind nach meinen Erfahrungen allerdings mittlerweile kaum noch ein wirklich wichtiges Argument. Kunden, die selbst DSL haben, sind eh der Meinung, DSL habe jeder und ins Internet geht man ausschlißelich im Büro oder zu Hause vom PC aus.
Kommentar von Stefan - 7. August 2007 um 16:11
Ich muss hier wohl noch einmal klarstellen, dass es in dem Beitrag nicht um das Verkaufen einer Website geht.
Es geht nur um eine Argumentationshilfe, wie man Kunden anhand seiner Anforderungen und Wünsche verständlich macht, warum Webstandards überhaupt notwendig und sinnvoll sind.
Es gibt Kundengespräche, in denen nicht ein Satz zu Webstandards notwendig sind. Es gibt aber auch Kunden, die Ihre Wünsche anhand der vorherrschenden Trends formulieren, und die entsprechen eben nicht einer wie weit auch immer standardkonform umgesetzten Praxis. Hier ist die Argumentation nötig, wenn man mit seinem auf den ersten Blick teuren Angebot gegen den erfahrenen Frontpage-Klicker antreten muss.
Über das "Verkaufen" im positiven Sinne, Kundenkommunikation, Website-Anforderungen oder den zielorientierten Workflow steht da nichts, der Artikel beleuchtet lediglich einen sehr kleinen, aber wichtigen Aspekt in der Kundenkommunikation
Kommentar von Nils Pooker - 8. August 2007 um 07:36
Ja ich denke, da habt Ihr ganz Recht! Man kann seinem Kunden keine Webstandards verkaufen sondern nur die oben genannten Punkte. Ehrlich gesagt, wer kann schon was mit dem Begriff W3C anfangen?
Andere Branchen haben schon längst umgedacht. Nur viele Programmierer haben einfach das Problem, dass Sie schlechte Verkäufer sind.
Welcher Porsche Händler macht schon den Motor auf und erklärt? Da werden Emotionen verkauft.
Kommentar von Harald - 19. August 2007 um 19:45
Es gibt Kundengespräche, in denen nicht ein Satz zu Webstandards notwendig sind. Es gibt aber auch Kunden, die Ihre Wünsche anhand der vorherrschenden Trends formulieren, und die entsprechen eben nicht einer wie weit auch immer standardkonform umgesetzten Praxis. Hier ist die Argumentation nötig, wenn man mit seinem auf den ersten Blick teuren Angebot gegen den erfahrenen Frontpage-Klicker antreten muss.
Vielen Dank,
H.Isik
Kommentar von Flyer - 9. November 2007 um 15:33
Das ist sicher ein schwieriges Thema und u.U. dem Kunden auch schlecht verständlich zu machen, dass die Beachtung von Webstandarts heutzutage überaus wichtig ist und auch seinen Preis hat.
Ich durfte die Erfahrung machen, dass es meistens den Kunden herzlich wenig interessiert, was sich "unter der Haube" befindet. Klar ist das wieder von Kunde zu Kunde unterschiedlich (Bei einem technisch angehauchten Kunden hat man i.d.R. natürlich leichteres Spiel), aber das "Gro", möchte sich einfach verstanden fühlen (was Peter bereits auch erwähnte) und die Wünsche schnell umgesetzt haben.
Da ist man dann als Webdesigner / Entwickler schnell in einer Zwickmühle bei der man den Preis geschickt argumentieren muss.
Wenn aber das Vertrauen zwischen Kunden und Dienstleister besteht und man auch noch plastische Beispiele zeigen und damit das Warum & Wieso begründen kann, wie Nils es in seinem Artikel beschreibt, ist die Preisdiskussion – meiner Erfahrung nach – schnell zweitrangig.
Dabei ist es schon wichtig u.a. Fragen wie die folgenden im Kundengespräch einzubauen:
Was ist Ihnen bei Ihrem neuen Webprojekt besonders wichtig?
Ist Ihnen ein zuverlässiger Partner für das Projekt wichtig sind?
Das vergegenwertigt dem Kunden die Wertigkeit und Bedeutung seiner eigenen Wünsche, für die er dann auch bereit sein wird zu zahlen.
Kommentar von Robert - 10. November 2007 um 18:16