Beim Thema Kostenersparnis durch Webstandards wird von Standardistas meistens das Argument des schlanken Quellcodes vorgebracht, der zu geringeren Provider- und Traffic-Kosten führt. Das trifft zwar für umfangreiche und stark frequentierte Sites zu, das Argument greift dennoch zu kurz. Die tatsächliche Kostenersparnis macht sich vielmehr durch den erheblich reduzierten Abeitsaufwand bemerkbar, unabhängig vom Umfang einer Webseite.
Eine mit Frames, Tabellenlayouts und Font-Tags verseuchte Webseite erscheint kostentechnisch nur im Moment der Online-Stellung ohne erkennbare Nachteile. In allen Projektphasen davor und in den Änderungsphasen danach verursacht eine semantisch strukturierte, nach geltenden Webstandards erstellte Webseite weniger Aufwand und Kosten.
Auch im Webdesign gilt: Zeit ist Geld. Es ist die Summe gesparter Minuten, Stunden und Tage, die sich nicht nur während des Projekt-Workflows positiv auf die Kosten auswirkt. Die gesamte Lebensdauer einer Website ist ständigen Designveränderungen, Erweiterungen und Anpassungen unterworfen.
Das wichtigste Kostenargument für semantischen Webseiten ist die strikte Trennung der Präsentation von den eigentlichen Inhalten der (X)HTML-Seiten. Diese Trennung bringt dem Webdesigner drei wichtige Vorteile:
Der Webdesigner hat die Freiheit, zuerst die (X)HTML-Seiten nach den Anforderungen der Inhalte zu codieren, er kann sogar sämtliche Einzelseiten fertig stellen, ohne sich Gedanken über die Präsentation zu machen. CSS-Layouts ermöglichen sogar die Planung eines Projektes auf der Grundlage eines fertigen Designs.
Nur selten wird ein Website-Projekt vom Kunden von der Planung bis zur Umsetzung durchgewunken. Ergänzung von Elementen oder die Modifizierung einiger Attribute in der CSS-Datei sind oft in Minuten erledigt.
HTML-Prototyping und/oder CSS-Frameworks ermöglichen einen ökonomischen Workflow, selbst wenn der Kunde kurz vor dem Launch gestaltungsspezifische Änderungswünsche formuliert. Der Webdesigner verliert weder kostbare Zeit, noch die Kontrolle über das Projekt.
Unschlagbar sind Webstandards in der Praxis von Aktualisierungen und Relaunches. Nicht alles kann schnell und problemlos geändert oder ergänzt werden, der Webdesigner kann sich aber auf die Inhalte konzentrieren. Die Transparenz des Quellcodes garantiert auch bei seltenen Aktualisierungen ein schnelles Einarbeiten in den Aufbau der Webseite.
Die korrekte Einhaltung der Webstandards ermöglicht mit überschaubarem Aufwand sogar die seitenübergreifende Ergänzung von IDs und Klassen, selbst ein komplettes Layout auf der Basis von float-Umgebungen lässt sich über die CSS-Datei verändern. Die Modifizierung des Designs ohne Änderung der Inhalte lässt sich sogar in wenigen Tagen realisieren. Zeit- und kostensparende Vorteile, die nicht einmal bei einem rudimentären Tabellenlayout vorhanden sind.
Nils Pooker war im Kunstbereich tätig und arbeitet als selbständiger Webdesigner in Preetz (Schleswig-Holstein). Außerhalb des Webdesigns beschäftigt er sich mit Theorien zu Wahrnehmung und Kommunikation.
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Schöner Artikel, der einige Vorteile aufwirft, die mir bis jetzt noch nicht direkt bewusst waren. Danke dafür!
Kommentar von Moritz - 20. Dezember 2007 um 10:36
Sehr gute Tipps die du da aufzählst! und sollten auch jeden einleuchten…
Kommentar von dustin2050 - 7. Januar 2008 um 13:25
Diesen Artikel unterstütze ich zu 1oo%. Ein wichtiger Vorteil wurde aber noch vergessen – die Suchmaschinen lieben genauso Webstandards. Und spätestens hier sollte doch jeder Kunde ein sehr hohes eigenes Interesse haben, dass die eigene Website den Regel der aktuellen Webstandards entspricht.
Aus eigenen Erfahrungen kann ich auch bestätigen, dass eine gute Vorarbeit für die spätere Struktur sehr hilfreich für die anschliessende Pflege ist. Sollte ich merken, dass meine eigene Struktur unpassend geworden ist, überarbeite ich diese auch kostenlos. Wie bereits im Artikel erwähnt wurde, kommt mit der Zeit einiges hinzu und einiges wieder weg. Durch eine überlegte Struktur kann ich mir somit viel Zeit & eigene Nerven sparen
Das Problem bei dem Umgang mit Webstandards ist in meinen Augen die fehlende Motivation für den eigenen Lernaufwand bei den Leuten, die nicht diesen Anspruch haben, Webdesign mit Webstandards umzusetzen.
In diesem Sinne aus Dresden
Ralph
Kommentar von Ralph - 14. April 2008 um 19:52