Wer kennt sie nicht, die bunten Einkaufstempel im Internet, auch Online Shops genannt. Früher als unsicher und benutzerunfreundlich bekannt, sind sie in Zeiten des Web 2.0 doch eine runde Sache und todsicher in der Bedienung. Mit diesem 2.0-Urvertrauen ausgerüstet schnell zu Google und die schicken mich auch prompt zu hema.de.
Dort angekommen stellte sich mir bald die große Frage: Wo kann man denn hier shoppen?
Nach längerem Suchen steht dann irgendwann mal da geschrieben: »HEMA ist kein Laden, sondern eine Entdeckung – am Besten, Sie finden es selbst heraus«. Hier war wohl nichts zu holen außer schlauen Sprüchen, deshalb mal flugs über die virtuelle Grenze zu den Holländern, der eigentlichen Heimat von Hema.
Volltreffer: »HEMA: online winkelen« – übersetzt: »HEMA: einfach, sicher und schnell elektronisch einkaufen«. Super, und jetzt ganz rasch zu den Sommer Artikeln! Noch im Suchen nach der Suche vertieft, höre ich plötzlich wie eine Tasse umfällt…
Ahhh: Eine Flash Seite – da bewegt sich gerne mal was, klare Sache. Aber was weiter passiert, ist kaum zu glauben: Vor meinen Augen läuft eine Kettenreaktion ab, die vor nichts halt macht: Kuchen wird zermatscht, Socken fallen in Toaster (uhh!), irgendwas fängt an zu brennen (es sind nicht die Kerzen!), Geschosse mit tödlicher Durchschlagkraft fliegen durch die Gegend.
Ich kann es kaum in Worte fassen, überzeugt euch selbst!
Doch es kommt noch schlimmer! Zuletzt gehen selbst noch die unverkäuflichen Bestandteile des Shops kaputt: Teile der Navigationsleiste sowie Texte reißen ab und zerbröseln zu Pixelhaufen. Langsam verstummt auch der apokalyptische Lärm und es bietet sich ein Bild der absoluten Verwüstung. Ein schneller Blick auf den Warenkorb ("winkelmandje") – ich rechne schon mit dem Schlimmsten – doch der ist leer ("0 artikelen"). Nichts wie weg hier!
Aber mal ehrlich: Es war es doch irgendwie lustig mit diesem… geflashten fliegenden Holländer!
P.S.: Die Seite producten.hema.nl dient nur dem einen Zweck, via E-Mail als reines Spektakulum an Bekannte weiterempfohlen zu werden. Natürlich muss dafür jeder »Vandale« hier auch seine eigene E-Mail-Adresse hinterlassen – eine gute Haftpflichtversicherung kann also in keinem Fall schaden *ggg*
Maxx Hilberer arbeitet seit 2001 als Webdesigner; seit 2004 in eigener Regie unter der Flagge monozellen für Agenturen und Endkunden. Bei seiner Arbeit belegen Standardkonformität und ein hohes Maß an Nutzbarkeit und Zugänglichkeit stets die vordersten Startpositionen auf den virtuellen Parcours des WWW.
Dies ist ein Text zur Aktion Sonnenseiten: Webkrauts loben – höchst subjektiv – einzelne Details von Webseiten. Entgegen unserer Gewohnheit steht diesmal nicht der Quelltext, sondern die Idee im Mittelpunkt.
Bitte die Hausregeln beachten. Alle Kommentare werden auf werbliche Links/Nicknames geprüft und gegebenenfalls gelöscht.
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.
ja, die seite muß man einfach weiterempfehlen. das ist echt mal was ganz anderes. schön das es sowas noch gibt und das vor allen dingen kunden auch bereit sind gute und andere ideen in auftrag geben.
aber auch respekt von mir. ist bestimmt nicht einfach, da mal eben neue produkte in den shop einzupflegen.
Kommentar von Eric Merten - 18. Juli 2008 um 09:08
Wie geil. Ein Onlineshop, der sich selbst zerstört
Ist wirklich gut gemacht. Fließende Bewegungen und schöne Animationen. Ich will gar nicht wissen wieviel Aufwand da dahinter steckt.
Kommentar von Benni - 18. Juli 2008 um 17:34
Voll ge-flasht..?
Also Flash hin – Flash her: Bevor ich das Spektakel genießen konnte, musste ich die vom AV-Scanner gefundene Malware SWF:CVE-2007-0071 [Expl], ein Exploit?, in einen Container verschieben, um die Seite schnell wieder zu verlassen und darin bestätigt zu werden, dass aktiven Inhalten eben ein gewisses Eigenleben innewohnt.
Kommentar von Matthias Koch - 18. Juli 2008 um 23:12
bei mir meldet sich kein Viren Scanner. Habe die Seite auch auf unterschiedlichen Systemen geöffnet und sie auch wieder rückstandslos verlassen können. Falls noch jemand Matthias' Erfahrung bestätigen kann, melde er/sie sich bitte kurz, damit wir den Artikel, bzw. den Link auf die Hema Seite raus nehmen können. Danke.
Kommentar von Maxx Hilberer - 19. Juli 2008 um 11:06
Mein Antivirenprogramm hat auch Alarm geschlagen. Ich kenne mich zwar nicht so aus, habe aber durch Googeln dazu diese Info gefunden (Ende der Seite).
Kommentar von Steffi - 20. Juli 2008 um 10:57
Der Link braucht deshalb doch nicht entfernt zu werden – die aktuelle Plugin-Version wird vom Hersteller ausdrücklich empfohlen.
Kommentar von Matthias Koch - 20. Juli 2008 um 15:18
Ich halte die Malware-Meldung übrigens nach wie vor für eine fehlerhafte Meldung des AV-Scanners.
Tomas hat ClamXav drauf angesetzt und das meldet: "Es wurden keine infizierten Dateien gefunden."
Kommentar von Nicolai Schwarz - 20. Juli 2008 um 15:35
Je nachdem wie dieser Exploit "funktioniert", wirst du ihn nicht bemerken. Er muss nicht bei jedem Request ausgeführt werden. Das ist bekanntermaßen eine "Eigenheit" solcher gezielt auf stark frequentierten Seiten (wie früher schon z.B. bei YouTube) eingesetzten Codes. Wenn ein Mac-Scanner nichts findet, was sagt das aus? Bei dem Rechner, der die Warnung ausgab, hat Avast seinen Dienst getan, es war ein PC.
Kommentar von Matthias Koch - 20. Juli 2008 um 17:05