Die Twitter-Weboberfläche hat bis heute Mankos in Bezug auf vernünftige Struktur und Barrierefreiheit. Bestimmte Elemente bleiben unerreichbar (Der »Reply«-Button und das »Favorite«-Sternchen erscheinen nicht), die Überschriftenstruktur ist unsauber (Man kann sich nur schwer der Überschriften einen Überblick verschaffen) und der Fokus ist nicht sichtbar, das heißt beim »Durchtabben« verirrt man sich, weil nicht zu erkennen ist, welcher Link gerade angewählt ist.

Dennis Lembree hat einen webbasierten Twitter-Client entwickelt, der die wichtigsten Grundlagen zur barrierefreien Nutzung wie große Schrift, klare Kontraste, semantischer Codeaufbau, Sprungmarken, deutlich sichtbarer Fokus, eine klare Überschriftenstruktur und eine Bedienbarkeit auch ohne Javascript mitbringt und somit allen Benutzern, die assistierende Technologien wie Bildschirmlupen, Braillezeilen oder Screenreader verwenden, einen klaren Mehrwert bietet.
Neben diesen Basics, die die Oberfäche von twitter.com sozusagen erst reparieren, bringt Accessible Twitter einige Bonus-Features mit:
Und:
Ich persönlich nutze und schätze Accessible Twitter, weil er sich komplett über die Tatstatur steuern lässt, mir die Schrift endlich mal nicht zu klein ist, ich die Pic-Vorschau mag und ich mich schon sehr an das RT-Knöpfchen gewöhnt habe.
Für eine Alpha Version finde ich die Anwendung gelungen, ein paar verbesserungswürdige Punkte gibt es trotzdem: Die Zeitangaben zu den Tweets sind für Mitteleuropäer irritierend, der Zeitpunkt wird in Central Standard Time (Zeitzone der US-Ostküste) angegeben. Die Zurückblätterfunktion setzt manchmal aus, es wird manchmal kein »Older«-Link angeboten, obwohl es noch ältere Nachrichten gibt. Schade finde ich auch, dass die Oberfläche weitgehend »designfrei« geblieben ist. Der Wunsch nach Klarheit und Einfachheit ist nachvollziehbar, aber eine gelungene optische Gestaltung würde AccessibleTwitter eben nicht nur für Benutzer, die auf die gebotenen Features angewiesen sind attraktiver machen, sondern auch »Otto-Normal-Twitterer« dazu einladen, diesen Client zum twittern zu verwenden.
Offensichtlich gefällt dieser außergewöhnliche Twitter-Client nicht nur mir; Accessible Twitter ist am 29. September 2009 mit dem ACCESS-IT Award 2009 ausgezeichnet worden.
Maik Wagner lebt und arbeitet in Essen. Neben der Arbeit für Kunden
engagiert er sich lokal und überregional für Webstandards und Barrierefreiheit.
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Great article. You pointed out many of the great accessibility and usability features! I'm working on the timestamp. PS: my last name is "Lembree".
Kommentar von Dennis Lembree - 5. Dezember 2009 um 21:30
Hi Dennis, sorry for misspelling your name.
Kommentar von Eric Eggert - 5. Dezember 2009 um 21:56
Super Idee. Finde es toll, wenn Barrierefreiheit mehr in die "öffentliche Diskussion" tritt, so dass Auftraggeber sensitiver dafür werden. Leider hört man noch zu oft "Barrierefreiheit? Ne, das lohnt doch nicht".
Kommentar von Hendrik Jacob - 6. Dezember 2009 um 08:54
Noch ein kleiner Update: Dennis hat inzwischen das Problem mit den "Older"-Link gefixt, außerdem gibt es jetzt speicherbare Suchen und an den Listen ist er auch schon dran.
@Dennis Thanks for your nice comment and once again sorry for the stupid typo.
Kommentar von Maik Wagner - 6. Dezember 2009 um 10:56
Die Online-Anwendung ist wirklich eine gute Alternative zu twitter.com. @Dennis: A great and useful idea.
Für diejenigen, die lieber mit einer Desktop-Anwendung arbeiten, gibt es eine Alternative namens McTwit, die komplett mit der Tastatur bedient werden kann und den nötigen Anpassungsskripte für JAWS und Window Eyes ausgeliefert wird.
Kommentar von Jan Eric Hellbusch - 7. Dezember 2009 um 11:27
Danke für den Hinweis. Twitter ist schon ziemlich blindenunfreundlich.
Kommentar von domingos - 8. Dezember 2009 um 15:38
"Sollte der Netztwerkadministrator den Zugriff auf twitter.com gesperrt haben, kann man über accessibletwitter.com weiterhin auf die eigene Timeline zugreifen.
" – Danke für den Tip
Kommentar von Holger - 23. Dezember 2009 um 11:26